Vom Tal auf große Höhe.
Mit der Nebelhornbahn auf 2.224 Meter — den höchsten mit Bahn erreichbaren Punkt der Allgäuer Alpen. Vom barrierefreien Nordwandsteig bis zum Hindelanger Klettersteig: das ganze Spektrum beginnt hier.
Neun konkrete Tipps
Ein Spaziergang mehr als eine Wanderung: Vom Renksteg führt der Weg sanft ins Trettachtal, am Christlessee entlang und auf der anderen Talseite wieder zurück. Der Hauptweg ist durchgehend geteert und damit kinderwagentauglich, und weil er über weite Strecken im Schatten der Hänge bleibt, lässt er sich auch an heißen Sommertagen gut gehen. Unterwegs laden das Café-Restaurant Christlessee und das Mumme Stüble zur Einkehr. Ein gemütlicher Halbtag, den man ohne Eile angeht — mehr zum See selbst steht bei Wasser & Klamm.
Söllis Reise zieht sich mit zwölf Mitmach-Stationen den Bergrücken entlang und nimmt Kindern unterwegs das Gefühl, überhaupt bergauf zu gehen. Es gibt einen XXL-Pistenbully aus Holz zum Klettern, eine 200 Meter lange Holzkugelbahn und mit dem Kletterwald den höchstgelegenen Deutschlands. Die Bahn hinauf ist in Bergbahn Unlimited enthalten, fällt also nicht extra ins Gewicht. Ein Tag für die ganze Familie, der oben beginnt und sich nach unten fast von selbst erzählt.
Mit der Nebelhornbahn hinauf zur Höfatsblick-Station, dann ein kurzer Weg über die Bergkante — schon steht man vor dieser klassischen DAV-Hütte mit ihrer Sonnenterrasse, der einfachen Karte und den ehrlichen Preisen. Wer morgens hinauffährt, sitzt zum Frühstück oben; wer abends heraufwandert, schläft mit dem Höfats vor dem Fenster. In der Saison lohnt sich eine Reservierung.
Die Klassiker-Hütte am E5 und am Heilbronner Höhenweg — ein Name, den jeder Weitwanderer kennt. Der Aufstieg beginnt am Bus-Endpunkt Spielmannsau und führt durch das Sperrbachtobel hinauf: schattig, von Wasserläufen begleitet, fordernd zwar, aber nie ein ausgesetzter Steig. Als Tagestour gut zu schaffen; wer weiter will, hat von hier den Heilbronner Weg vor sich. Übernachten nur mit Reservierung.
Ein langer Grat vom Nebelhorn zum Großen Daumen — und kein Steig für den ersten Versuch: Klettersteigset, Helm und Handschuhe sind Pflicht. Die Route ist lang, konditionell fordernd und hat ungesicherte Passagen, wer sie geht, sollte wissen, was er tut. Und wer sie gegangen ist, versteht, warum sie zu den bekanntesten der Alpen zählt. Geführte Tagestouren gibt es über die Alpinschule Oberstdorf.
Der klassische Drei-Türme-Steig über Kemptner-, Wengen- und Schafalpenkopf, berühmt für seine spektakulären Felsformationen. Er ist vergleichsweise gut gesichert und kürzer als der Hindelanger — ein guter Einstieg in die ernsteren Steige der Region. Stützpunkt ist die Mindelheimer Hütte, erreichbar über die Fellhornbahn, sodass sich die Tour auch als Zwei-Tages-Runde mit Übernachtung gehen lässt.
Der bekannteste Bergsee über Oberstdorf — und der bequemste Weg zu einem: Mit der Nebelhornbahn zur Höfatsblick-Station auf 1.932 Meter, dann über den Zeigersattel hinunter. Nach etwa einer Stunde liegt er da, hoch über dem Oytal am Südost-Hang des Schattenbergs. Der Rückweg ist derselbe Weg, nur andersherum — die 370 Höhenmeter, die man auf dem Hinweg geschenkt bekommt, holt man sich hier zurück. Die Hintere Seealpe kehrt im Sommer ein, wetterabhängig von Juli bis Anfang Oktober. Wer nicht zurück zur Bahn will, steigt durchs Oytal ins Tal ab: lang, schön, und am Ende zu Fuß nach Hause.
Für viele der schönste Bergsee des Allgäus — und anders als beim Seealpsee nimmt einem hier keine Bahn die Höhenmeter ab. Von Reichenbach führt der Weg an der Gaisalpe vorbei stetig bergauf, bis nach zweieinhalb bis drei Stunden dreieinhalb Hektar türkises Wasser im Kar liegen. Darüber steht das Rubihorn, 1.957 Meter. Sein Gipfelweg wurde im September 2025 von einem Felssturz zerstört und musste neu trassiert werden — ob er wieder offen ist, sagt der DAV Oberstdorf; wir verlinken, wir versprechen nichts. Der obere Gaisalpsee liegt noch einmal gut 260 Meter höher.
Der Wächter des Allgäus steht frei vor der Kette und schaut deshalb weiter als jeder Gipfel im Talkessel: nach Norden über das Voralpenland, nach Süden auf die Allgäuer Hochalpen. Eine Bahn gibt es nicht — das jahrelang geplante Projekt wurde endgültig aufgegeben, der Grünten bleibt ein reiner Wanderberg. Die Grüntenhütte ist bis auf Weiteres geschlossen; einkehren lässt sich an der Alpe Kammeregg. Von allen Tipps hier der einzige, für den sich das Auto wirklich lohnt — oder Bahn und Bus über Sonthofen. Lässt sich gut mit der Starzlachklamm an seinem Fuß zu einem Tag verbinden.